» Daniel M Thurau
Das Thema meiner Bilder ist unsere Sehnsucht nach Dauer. Mit Hilfe von Öl, Pigmenten und einer Vielzahl von Fehlschlägen erzeuge ich Licht und versuche eine „bleibend unvollendete Annäherung an letzte Dinge“ (Karl Tetzlaff). Ich male die Blühenden Landschaften, die wir uns im Sommer 1989 imaginiert hatten und die doch immer Täuschung blieben.
Die Suche nach dem Unerfüllbaren, nach dem besseren Ort, nach einer Welt, für die ein Jeder eine Sehnsucht hegt, die im Hier und Jetzt aber unmöglich dauerhaft bewohnt werden kann, materialisiert sich hier in Farbe und Form. Meine Bilder suchen nach einer Vergangenheit, die so nie existiert hat und zeigen eine Zukunft, die so nicht sein wird. Ihre Lichtstimmung ist die Hintergrundstrahlung vergangener Zeiten mystisch- magischer Weltsicht und die Verbeugung vor der Tradition. Der Schein des Zwielichtes, des Lichtes des nicht mehr und des noch nicht, ist der Schein an der Schnittstelle von Werden und Vergehen, von Historie und Utopie, von Imaginiertem und Realem. Es ist die Karsamstagslage, der Zustand der Desillusion, der Zustand enttäuschter Erwartungen und ungewisser Hoffnungen.
In anderen, gegenwärtigen Worten: Der Zustand nachdem uns bewußt wurde, daß unbegrenztes Wachstum unmöglich ist und wir in der Morgenröte einer sich verbergenden Zukunft stehen.
Meine Palmen, Monde und Sonnenuntergänge sind die Abwehrschilde gegen diese Zumutungen des Tatsächlichen und ein Weckruf für den träumerischen Mut gegen die Stumpfheit des Alltags, die Dummheit, Mittelmäßigkeit und bloße Intellektualität, für mehr Phantasterei, Leichtigkeit und Naivität. Daniel M Thurau